Mach einfach mal was.

Der erste Ansatz eines Versuches das Heute zu sortieren. Für die pessimistischen Träumer unter uns.

Willkommen im Jahrzehnt der ewig ziellosen Spätjugend.

Wie viele Menschen kennst du, zwischen 19 und 33, die die Frage, was sie aus ihrem Leben machen wollen gar nicht beantworten können? Wie viele aus dieser Altersgruppe haben vage Ziele, aber keinen Weg? Wie viele Menschen kennst du, die augenscheinlich eine Schwiegermutter-entzückende Karriere haben, aber jetzt schon lamentieren ihr Leben nicht zielführend zu leben?

Es fühlt sich oft an, als wären es alle. Alle um mich herum. Der Eine studiert Jura und wäre aber lieber Floßbauer in Thailand, die Andere krampft sich durch das Wirrwarr einer potentiell einmal künstlerischen Karriere und wünscht sich sie hätte einfach Jura studiert, obgleich die Vorstellung eines Bürojobs für sie die Hölle ist. Das sind nur zwei willkürliche Beispiele. Jeder, der einen jungen Erwachsenen kennt, kennt die Hilflosigkeit dieser Generation – um es mal ganz verallgemeinert auszudrücken.

Manche von uns scheinen restlos verrückt und wollen tatsächlich etwas künstlerisches machen. Ohne Alternative, wollen sie gar ihre Träume nicht einfach aufgeben. Es melden sich Experten zu Wort, man habe uns in der Schule und Zuhause zu viele Hoffnungen gemacht, dass wir einmal etwas schaffen könnten. Dass wir irgendwie eine Bedeutung haben in der Welt.

Druck ist überall. Druck eine Entscheidung zu treffen. Schon mit Anfang zwanzig sind wir vermeintlich umzingelt von Menschen die jünger und erfolgreicher sind. Die einzige Antwort: Wir sollen vergessen, dass uns damals gesagt wurde wir seien besonders. Sind wir nicht, wir sollen uns darauf einstellen höchstens als mittelmäßig wahrgenommen zu werden. Na prima, ich spring dann mal kopfüber in die Depression der Hoffnungslosigkeit, wenn es genehm ist, ja?

Gott sei Dank reicht eine Beschwerde, ein Wunsch nach Orientierung und man bekommt eindeutige Ratschläge: Geh studieren! Was denn? Irgendwas, ohne einen Uniabschluss, bist du nichts! – Uniabschlüsse sind heutzutage Zeitverschwendung, geh einfach deinen Weg! Ja, wie denn? Na, mach doch mal einfach was!

Und was soll das sein? Wie viel ist Arbeit wert, wenn sie keiner sieht? Vergessen wir mal das Geld, tun wir einfach so, als bräuchten wir das sowieso nicht. Kann ich mich Autorin nennen, wenn ich für mich selbst Notizbuch über Notizbuch vollkritzle? Hilft es wenn ich etwas davon vor vier Menschen auf einer offenen Bühne vorlese?

Und weil Geld ja doch nicht unnütz ist – Weiß noch jemand was heutzutage auf dem Arbeitsmarkt von Bedeutung ist?

Also. Was nun? My fellow millenials, what is the plan?

Ich persönlich mache mal weiter irgendwas.

 

Autor: Laura Tufano

Berliner Göre mit Berliner Töle. Filmemacherin, Autorin und Schauspielerin.

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